Shopware vs Magento im Jahr 2026 – welche Plattform unterstützt die Skalierung von B2B-E-Commerce besser

Die Wahl einer E-Commerce-Plattform war noch vor einigen Jahren weitgehend eine funktionale Entscheidung. Unternehmen verglichen Modul-Listen, die Verfügbarkeit von Integrationen oder Möglichkeiten zur Katalogverwaltung. Im Jahr 2026 führt ein solcher Ansatz jedoch immer seltener zur richtigen technologischen Entscheidung. Im B2B-Umfeld sind heute nicht mehr die Anzahl der Funktionen entscheidend, sondern die Systemarchitektur, die Integrationsfähigkeit mit dem technologischen Ökosystem sowie die Fähigkeit der Plattform, komplexe Handelsprozesse abzubilden.

Deshalb sollte die Diskussion „Shopware oder Magento“ nicht mit der Frage nach Funktionen beginnen. Sie sollte mit der Frage nach der Skalierbarkeit der Architektur beginnen und danach, ob eine Plattform den realen Großhandelsprozess abbilden kann.

Der Vergleich dieser beiden Lösungen im Kontext von B2B-E-Commerce zeigt deutlich, dass sich ihre Unterschiede vor allem aus der Philosophie der Systemarchitektur ergeben.

Das Erbe von Magento und sein Einfluss auf die Architektur

Magento war viele Jahre lang eine der bekanntesten E-Commerce-Plattformen weltweit. Die Plattform baute ihre Position durch enorme Flexibilität und ein sehr umfangreiches Ökosystem an Erweiterungen auf. Viele große Online-Shops entstanden auf Magento, und für zahlreiche Unternehmen war es der erste Schritt in den digitalen Vertrieb.

Gleichzeitig stammt die Architektur von Magento aus einer Zeit, in der E-Commerce deutlich weniger mit anderen Unternehmenssystemen integriert war. Plattformen fungierten häufig als zentrales Verkaufssystem, während Integrationen mit ERP oder PIM eher Zusatzfunktionen darstellten.

Der moderne B2B-E-Commerce sieht heute völlig anders aus. Die Verkaufsplattform ist nur ein Bestandteil eines größeren technologischen Ökosystems, das ERP-Systeme, Product Information Management, Analysewerkzeuge, Logistiksysteme und Marketing-Automation-Lösungen umfasst.

In dieser Umgebung werden Integrationsarchitektur und die Fähigkeit, eine composable-commerce-Umgebung aufzubauen, zu entscheidenden Faktoren.

API-first-Architektur als Grundlage der Skalierung

Einer der wichtigsten Unterschiede zwischen modernen E-Commerce-Plattformen ist ihr Ansatz zur API-Architektur. Im API-first-Modell werden alle Funktionen der Plattform so entwickelt, dass sie über stabile Integrationsschnittstellen von anderen Systemen genutzt werden können.

Die Plattform Shopware wurde genau in diesem Modell entwickelt. Das bedeutet, dass das System von Anfang an für die Zusammenarbeit mit externen Services, unabhängigen Frontends und komplexen Integrationsumgebungen konzipiert wurde.

Für B2B-Unternehmen ist das von enormer Bedeutung. Großhandel findet selten ausschließlich über einen Online-Shop statt. Kunden nutzen EDI-Integrationen, Bestellsysteme, elektronische Kataloge oder Beschaffungsplattformen. Eine E-Commerce-Plattform muss daher als Teil eines größeren Systems funktionieren.

Eine API-first-Architektur ermöglicht den Aufbau eines solchen Umfelds, ohne ständig in den Kern des Systems eingreifen zu müssen.

Unterstützung komplexer B2B-Prozesse

B2B-Vertrieb unterscheidet sich vom Einzelhandel nicht nur durch größere Bestellvolumen, sondern vor allem durch die Struktur der Geschäftsbeziehung.

Der Einkaufsprozess umfasst häufig mehrere Personen auf Kundenseite, mehrstufige Bestellfreigaben, individuelle Preislisten und unterschiedliche Zahlungsbedingungen. Die Plattform muss daher die Organisationsstruktur des Kunden abbilden und nicht nur ein einzelnes Benutzerkonto verwalten.

In diesem Bereich spielen Lösungen wie die B2B Components im Ökosystem von Shopware eine wichtige Rolle. Sie ermöglichen den Aufbau komplexer Organisationsstrukturen, die Verwaltung von Benutzerrollen, Budgetlimits und Genehmigungsprozessen.

Für Unternehmen im Großhandel sind solche Funktionen kein Zusatz. Sie bilden die Grundlage für die Digitalisierung des Verkaufsprozesses.

Preismanagement und Handelspolitik

Einer der schwierigsten Aspekte im B2B-Vertrieb ist das Preismanagement. Anders als im B2C, wo Preise öffentlich und einheitlich sind, existieren im Großhandel häufig mehrere Preisstufen, abhängig von Volumen, Zusammenarbeitshistorie oder individuellen Verhandlungen.

Eine E-Commerce-Plattform muss diese Komplexität systematisch verwalten können. Jede manuelle Preisänderung bedeutet Verlust der Margenkontrolle.

Moderne Plattformen wie Shopware bieten fortschrittliche Regelwerke, mit denen Rabattlogiken auf Ebene von Kundensegmenten, Warenkörben oder Promotionen definiert werden können.

Dadurch kann die Preisstrategie zentral gesteuert werden, ohne dass der Vertrieb ständig eingreifen muss.

Wartungskosten und technischer Schuldenaufbau

Die Skalierung von B2B-E-Commerce bedeutet nicht nur mehr Bestellungen. Sie bedeutet auch, die Stabilität der technologischen Umgebung zu sichern.

Bei vielen älteren Magento-Installationen wird die zunehmende Anzahl von Customizations zum Problem. Jede weitere Anpassung erhöht die Systemkomplexität und erschwert Updates.

Mit der Zeit beginnen Unternehmen, technologische Änderungen zu vermeiden, weil jedes Update ein hohes Risiko darstellt.

Ein moderner Architekturansatz setzt stattdessen auf Modularität und klare Trennung von Systemschichten. Dadurch kann sich die Plattform weiterentwickeln, ohne in ihre Kernkomponenten eingreifen zu müssen.

Shopware vs Magento – welche Plattform unterstützt B2B-Skalierung besser?

Der Vergleich von Plattformen im B2B-Kontext sollte sich nicht auf Funktionen beschränken. Entscheidend sind Integrationsarchitektur, Fähigkeit zur Abbildung komplexer Prozesse und langfristige Wartungskosten.

Magento wurde lange für große Projekte gewählt und bietet enorme Flexibilität. Gleichzeitig führte diese Flexibilität in vielen B2B-Projekten zu zahlreichen individuellen Anpassungen und damit zu wachsender Komplexität.

Plattformen wie Shopware verfolgen einen anderen Ansatz. Sie wurden von Anfang an für API-first-Architekturen und composable commerce entwickelt.

Gerade in B2B-Projekten, in denen Integrationen und Geschäftsprozesse komplex sind, wird dieser Unterschied besonders sichtbar.

Wann Magento und wann Shopware?

Die Wahl einer Plattform ist selten eindeutig. Sowohl Magento als auch Shopware können große E-Commerce-Projekte unterstützen.

Magento wird oft von Unternehmen gewählt, die bereits über umfangreiche Installationen und große Entwicklerteams verfügen.

Neue Projekte entstehen jedoch häufig in einem anderen technologischen Kontext. Unternehmen erwarten Plattformen, die problemlos mit ERP-, PIM-, Analyse- und Marketing-Systemen zusammenarbeiten.

In solchen Szenarien erweisen sich API-first-Plattformen wie Shopware oft als architektonisch flexibler.

Die Plattform als architektonische Entscheidung

Die Wahl einer E-Commerce-Plattform ist keine Funktionsentscheidung mehr, sondern eine architektonische Entscheidung.

Die Plattform beeinflusst, wie Systeme integriert werden, wie Daten verwaltet werden und wie gut sich Geschäftsprozesse skalieren lassen.

Deshalb sollte der Vergleich von Magento und Shopware vor allem ihre Fähigkeit berücksichtigen, komplexe B2B-Prozesse abzubilden und sich in ein Unternehmensökosystem zu integrieren.

Bei CREHLER analysieren wir Plattformentscheidungen aus der Perspektive der Architektur und langfristigen Skalierbarkeit. In vielen B2B-Projekten bedeutet das den Aufbau eines Systems auf Basis von Shopware.

Wenn Ihr Unternehmen vor der Wahl einer B2B-E-Commerce-Plattform steht, sollte die Analyse der Architektur der erste Schritt sein.

CREHLER
09-03-2026